Eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) hat es vor kurzem bestätigt: Agile Unternehmen sind bis zu fünfmal erfolgreicher als jene Wettbewerber, die nach wie vor auf Scrum, Kanban und Co. verzichten. Gleichzeitig zeichnen agile Unternehmen sich durch ein deutlich stärkeres Wachstum aus als Organisationen mit eher starren Strukturen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Befragung von rund 1.100 Führungskräften und Mitarbeitern aus zehn Branchen in über 40 Ländern.

Im Rahmen der Studie mit dem Titel „Die Zukunft der Organisation“ identifizierte die BCG sechs Faktoren, die für die Erfolgsraten eines Unternehmens von großer Bedeutung sind. Agile Arbeitsweisen sind einer dieser Faktoren. Dazu zählen außerdem noch…

…eine effektive, wertschaffende Zentrale

Führungskräften kommt in jedem Unternehmen eine entscheidende Bedeutung zu. Laut der Studie der BCG erhöht sich die Erfolgsrate einer Organisation gar um ein Dreifaches, wenn das Spitzenpersonal effektiv und wertschöpfend arbeitet. Dafür müssen Führungskräfte ihrer strategischen Rolle gerecht werden und ihren Mitarbeitern eine Richtung vorgeben. Dazu gehört auch, den Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen und zu schauen, welche Prozesse und Organisationsformen sich in anderen Unternehmen bereits bewährt haben. Stichwort Best-Practice-Sharing.

Nicht zuletzt zählen die Macher der BCG-Studie auch die „Exzellenz in Unterstützungsfunktionen“ zu diesem Erfolgsfaktor hinzu. Führungskräfte sollen also nicht nur eine Richtung vorgeben, sondern ihren Kollegen auch jede erdenkliche Unterstützung bieten, die diese zum Erreichen ihrer Ziele benötigen.

Bei unseren Projekten sehen wir selbst immer wieder, wie wichtig es ist, dass Führungskräfte die gewünschte Veränderung vorleben und ihren Mitarbeitern ein Vorbild bieten. Zugleich ist es wichtig, dass das gesamte Team die Werkzeuge der Agilität (im Scrum sind es verschiedene Rituale) beherrscht. Andernfalls droht jedes noch so gut geplante Change-Projekt zu scheitern.

…eine klare Zuordnung (Ergebnisverantwortung)

Ebenfalls um ein dreifaches erfolgreicher sind Organisationen, in denen die Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß der Unternehmensstrategie aufgestellt wird. Und in denen die Ergebnisverantwortlichen für ihre Entscheidungen genügend Spielraum erhalten. 36 Prozent dieser Unternehmen sind überdurchschnittlich erfolgreich. Bei unklarer Zuordnung von Verantwortung sind es lediglich 20 Prozent.

Unternehmen, in denen jeder weiß, was er zu tun hat, arbeiten erfolgreicher. Eine klare Zuordnung entsteht bei Agile Sales durch die Transparenz mittels Board sowie durch Visualisierung und die regelmäßigen Meetings.

…die Nähe zur Frontline (flache Hierarchien)

Zu diesem Punkt teilt BCG in der Pressemitteilung vom 20. März 2017 mit: „Unternehmen mit deutlicher Nähe zu lokalen, kundennahen Ebenen sind erfolgreicher. Firmen mit effektiver Unterstützung durch die lokalen Märkte sind zu 39 Prozent überdurchschnittlich erfolgreich. Fehlt diese Unterstützung, schneiden nur 26 Prozent der Unternehmen wirtschaftlich besser ab als der Wettbewerb.“

Bei diesem Punkt muss der Vertrieb in die Pflicht genommen werden. Schließlich ist die Kommunikation mit Kunden schon immer die zentrale Aufgabe der Vertriebsabteilung. Ein agiler Vertrieb sichert die Kommunikation in beide Richtungen: Von Unternehmen zu Kunden und umgekehrt. Um die Marktsituation und auch die Kunden noch besser zu verstehen, gibt es verschiedene Mittel und Wege.

…ein effektiver Einsatz von Shared Services

Auch durch den Einsatz von sogenannten Shared Services können Unternehmen ihr Wachstum und ihre Margen laut der Studie verdoppeln. Shared Service Center sind interne Einrichtungen, in denen Firmen verschiedene Dienstleistungen (zum Beispiel IT, Finanzen, Personal und Einkauf) unter einem Dach vereinen. Alle Tochterunternehmen oder Bereiche rufen die Dienstleistungen von diesen Spezialbereichen ab. In diesem Zusammenhang relevant sind auch nahtlose End-to-End-Prozesse, ein effektiver IT-Einsatz und eine stringente Governance.

…der Fokus auf Mitarbeiter und Zusammenarbeit

Unternehmen mit klarer Aufgabenverteilung, einfachen Entscheidungswegen und effektiven Mitarbeiterprozessen sind ebenfalls um ein zweifaches erfolgreicher als ihre Konkurrenz, die weniger stark auf Zusammenarbeit setzt. Zugleich verbessert eine solche Unternehmensorganisation die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

So plump es klingt: Ohne die Mitarbeiter geht in Unternehmen gar nichts. Damit sie gemeinsam so erfolgreich wie möglich sind, müssen Prozesse und Entscheidungswege so praktisch wie möglich gestaltet werden. Andernfalls kommt die Teamarbeit schnell ins Stocken – genauso wie die Erfolgsrate eines Unternehmens.

Fazit

Im Grunde genommen handelt es sich bei allen hier aufgeführten Punkten um Werkzeuge, die es den Mitarbeitern innerhalb einer Organisation erleichtern, ihre Arbeit gemeinsam so gut wie möglich zu erledigen. Von daher ist jedes dieser Werkzeuge wünschens- und empfehlenswert.

Diese Studie zeigt, dass schon einer dieser Faktoren die Erfolgs- und Wachstumschancen eines Unternehmens erhöht. Alle zusammen verfünffachen diese. Deswegen ist es sinnvoll, groß zu denken und klein zu starten. Wie das in Ihrer Vertriebsorganisation funktionieren kann, können wir gerne besprechen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Von |2018-02-19T16:27:45+00:0019. Februar 2018|Allgemein|

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