BLOG FÜR AGILE SALES

Dilemma Rollenerwartungen – und wie Sie es lösen.

Dilemma Rollenerwartungen – und wie Sie es lösen.

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten, 61 Sekunden

Interview mit W&V Frauennetzwerk vom 26.06.13.

Dilemma Rollenerwartungen – und wie Sie es lösen

Alice Schwarzer oder Verona Pooth. Anzug oder Blümchenkleid. Im Job knallhart auftreten oder einfach mit weiblichen Waffen Boden wettmachen – was ist besser? Eine Frage, die sich Frauen häufig stellen – und auf die Halina Maier eine simple Antwort hat. Die Vertriebsexpertin gibt unter dem Label  Verkaufsmacherin® Tipps und Tricks, um Produkte besser abzusetzen. Dabei kommt es darauf an, sich selbst ins rechte Licht zu rücken.

Frau Maier, Ihre These als „Verkaufsmacherin“ ist es, dass sich alle verkaufen können. Droht da nicht die Gefahr, unecht und gekünstelt rüberzukommen? 

Nicht nur können, sogar müssen! Allein gute Leistung bringt Sie nicht weiter. Sie müssen diese auch bewerben. Und solange Sie authentisch und souverän auftreten, wirken Sie auch echt.

Auf was muss ich bei der „Selbstverkaufe“ achten: Was muss ich herausstellen, was eventuell vertuschen?

Vertuschen sollten Sie auf keinen Fall etwas, weil dann die Gefahr droht unecht zu wirken. Wichtig ist, dass Sie im Gespräch Ihre Stärken und Leistungen in den Vordergrund rücken und nicht nur davon reden, welche „Schwächen“ Sie haben. Oft erlebe ich in meinen Seminaren, dass Teilnehmerinnen zuerst lange davon reden, was Sie nicht können und nicht sind und dabei ganz vergessen zu erwähnen, was Sie leisten und können. Kleiner Tipp: Schreiben Sie eine kurze „Produktbeschreibung“ ihrer Person. Dabei fangen Sie mit Eigenschaften an wie etwa schnelle Auffassungsgabe, durchsetzungsstark, empathisch und so weiter. Dann folgen die Vorteile, die sich aus den Eigenschaften ergeben, etwa: durch meine schnelle Auffassungsgabe und Empathie arbeite ich mich schnell in Teams und neue Projekte ein. Danach dürfen Sie gern die eine oder andere vermeintliche Schwäche aufzählen, wenn Ihnen noch welche einfallen. Die Reihenfolge muss stimmen!

Verkaufen sich Frauen denn tendenziell schlechter als Männer? 

Tendenziell ja, und es liegt meiner Meinung nach an weiblicher Bescheidenheit. Wie es zu dieser Bescheidenheit kommt, lässt sich streiten. Bemerkbar macht es sich häufig an der Art, wie Frauen mit einem Lob umgehen. Der Chef sagt zum Beispiel: Toll, was Sie geleistet haben! Antwort: Danke, aber sooo schwer war das nicht und ich mach es ja gern. Richtige Antwort ist: Danke Chef! Ich habe viel und hart gearbeitet, damit alles klappt und es freut mich, dass Sie meine guten Leistungen anerkennen.

Wie sollten sich Frauen eigentlich am besten verkaufen: Attribute wie taff und durchsetzungsstark sind doch am stärksten in der Geschäftswelt gefragt. Doch andererseits wird von Frauen wieder erwartet, sozial, gefühlvoll und diplomatisch aufzutreten. Taff kann in diesen Situationen dann leicht als zickig interpretiert werden. Wie können Frauen das Dilemma unterschiedlicher Rollenerwartungen lösen?

Der Wunsch unterschiedlichen Rollenerwartungen zu genügen, ist aus meiner Sicht das einzige Dilemma, das Frauen haben. Die Lösung ist recht einfach: Weg mit Erwartungen, alles ist erlaubt! Lassen Sie sich nicht in eine Rolle zwingen! Die Frauen sollen sich nicht in eine bestimmte Richtung verkaufen, sondern ihre Person, ihre Stärken und ihre Leistungen souverän und authentisch bewerben. Wenn Sie im Job gute Leistungen gebracht haben, fordern Sie dafür die Anerkennung ein. Wenn Sie mit ihrer geschickten, empathischen Art Konflikte in ihrem Team lösen können, tun Sie es und lassen sich dafür loben. Wenn Sie gern backen und kochen, tun Sie es und erzählen davon. Tun Sie das, was Sie zu IHNEN passt und wichtig: Streichen Sie dafür die Lorbeeren ein!

Von |2018-11-13T12:16:01+00:006. August 2013|Frauen, Interview, Verkaufen|